Weil der Tango Argentino ein Tanz ist in dem man sich näher kommt wie in den meisten Tänzen gibt es hier bestimmte Aspekte bei Kleidung, Hygiene usw. die stärker zum Tragen kommen.

Um die Attraktivität für das Gegenüber zu erhöhen und einen schönen Tanz genießen zu können empfiehlt es sich, bei der Vorbereitung ein Auge darauf zu haben.

Die Kleidung

Kleider machen Leute, heißt es ja so schön. Auch im Tango hat die Optik einen Einfluss darauf, wie oft eine Dame aufgefordert wird. Allerdings sehe ich ein allzu aufreizendes Outfit kritisch. Für mich hat jede Kleidung auch einen Signalcharakter. Ich teile mich meinem Gegenüber damit nonverbal mit, zeige mich in meiner Persönlichkeit, und sende unter Umständen auch ein Signal was ich möchte. Mit einem aufreizenden Outfit könnte Sie also unter Umständen die „falschen“ Männer anziehen.

Während des Tanzes sehe ich als Mann das Outfit meiner Tanzpartnerin eh nicht mehr, aber ich fühle es. Und da stellen sich dann einige Aspekte zu aufreizender Kleidung eher als Bremse für ein gutes Kontaktgefühl heraus. Was für mich immer wieder irritierend ist, sind tiefe Ausschnitte am Rücken, bei denen ich als Mann Gefahr laufe, mit meiner rechten Hand in den Ausschnitt zu rutschen. Ein direkter Hautkontakt mit dem Rücken ist Geschmackssache. Mir ist es lieber wenn meine rechte Hand komplett auf Stoff zu liegen kommt. Aber auch hier gibt es Fallstricke. Einige Kleider haben zur optischen Verschönerung Pailletten oder sonstige Elemente auf die Stoffoberfläche aufgearbeitet. Sie fühlen sich mit ihren Unebenheiten unangenehm an und beeinträchtigen damit den Tanzgenuss. 
Ein anderes Problem sind Kleider deren Rückenteil nicht fest aufliegt sondern sich mit meiner Hand verschiebt. Das ergibt ein schwammiges, ungutes Gefühl bei den Bewegungen, vor allem Drehungen der Frau. 
Wenn ich es mir aussuchen könnte würde ich mir bei meiner Tanzpartnerin ein einfach gehaltenes Kleid mit einem ausschnittfreien Rückenteil wünschen, dessen Stoff sich gut anfühlt. 

Um es plakativ zu formulieren, Gefühl statt Optik.

Die Sache mit der Hygiene

Das man idealerweise frisch geduscht zum Tanzen gehen sollte dürfte ich nicht extra erwähnen müssen. Wie man dann mit dem Ergebnis seiner „Tanzanstrengungen“, dem Schweiß umgeht, ist eine andere Sache. Tango ist körperlich nicht soo anstrengend wie andere Tänze, aber dafür mental fordernd. In Summe sind Tangueros/Tangueras also mit der Zeit genauso verschwitzt. Auch wenn Tangobücher darauf hinweisen das die echten Tangotänzer stolz darauf sind, nicht zu schwitzen, weil sie die Bewegungen so effizient ausführen… – ich bin von dieser Effizienz noch meilenweit entfernt. Und die meisten anderen Tangotänzer die ich kenne ebenso. 
Die Wissenschaft hat uns ja gelehrt, das Schweiss auf frisch geduschter Haut keine unangenehmen Gerüche verursacht. Und auch ich habe nichts dagegen wenn meine Tanzpartnerin ins Schwitzen kommt – wenn ich die Ursache dafür bin 😉
Und in diesem Fall nehme ich es dann sogar als Kompliment…
Den Zeitgenossen die sich durchgeschwitzt dem anderen Geschlecht nicht zumuten wollen empfehle ich Wechselkleidung und einen Waschlappen nebst Deo.

Mundpropaganda

Ich weiß, wir sind beim Tanz nicht bei einem Date. Trotzdem schadet es nicht, sich auch Gedanken über den „Geschmack“ unserer Atemluft zu machen. Gerade in einer engen Tanzhaltung kommt man sich doch so nahe das das Gegenüber unserem Atem mitbekommt. Einigen ist es egal wenn Sie dabei einen Eindruck vom letzten Essen bekommen, oder von dem Bierchen danach, anderen nicht. 
Wenn man weiß wie die potenziellen Tanzpartner dazu stehen ist es kein Problem. Hat man vor, mit fremden Tanzpartnern zu tanzen empfiehlt es sich, vorzusorgen. Zahnpasta und Zahnbürsten oder auch Bonbons die unseren Atem auffrischen brauchen nicht viel Platz und können unsere Tänze doch verschönern – zumindest beim Gegenüber. 

Parfum

Ich habe hier bewusst ein Bild ohne Person gewählt, weil ich kein Parfum verwende. Und meine Tanzpartnerin Susanne findet das auch gut so. Sie bevorzugt den Eigengeruch eines Mannes. 
Aber natürlich gibt es auch Tänzer/innen die andere Vorlieben haben. Für mich ist die  Verwendung – oder auch das Weglassen eines Parfums ein Zeichen der eigenen Persönlichkeit, und die würde ich auch zeigen. Es werden sich die Tanzpartner finden die mit dieser eigenen Persönlichkeit kompatibel sind. 

Gerhard