Die Kommunikation im Paar ist wichtig für das Gelingen einer Partnerschaft. Dabei ist nicht nur wichtig, was kommuniziert wird, sondern auch wie.
Jeder Streit ist der Versuch, den anderen dazu zu bewegen, etwas zu ändern. Mit Schuldzuweisungen erreicht man das Ziel nicht, deshalb sollte man es anders führen, und auch seine Sichtweisen verändern. Damit aus dem Gespräch ein Herzgespräch wird, ein Gespräch von Herz zu Herz.
Im Tanz haben wir das bereits in diesem Seminar verwirklicht. Ein Nebeneffekt des Lernens von Tango Argentino ist die Fähigkeit besser auf seinen Partner einzugehen, womit bessere Gespräche möglich werden.

Ich zitiere beschreibe hauptsächlich aus dem Buch „Männlichkeit leben“ von Björn Thorsten Leimbach (Ein Buch das ich jedem Mann nur empfehlen kann)
und „Die 1% Methode“ von James Clear (hier geht es um Gewohnheiten).

Wer/Was ist der eigentliche Feind?

Der Feind der Liebe ist nicht der Partner. Denn der möchte genauso wie man selbst Liebe erleben und leben können. 
„Der Feind ist die Angst vor Auseinandersetzung, aber auch der Nähe und echter Intimität. Und es sind die alten Verhaltensmuster, die die Liebe verhindern … Der Partner ist oft nur der Auslöser dafür … Unbewusst werden dabei dieselben kindlichen und unangemessenen Lösungsstrategien wie damals in der Ursprungsfamilie aktiviert und weiterhin benutzt.“
Genau diese Lösungsstrategien sind daher oft für die jetzige Situation nicht mehr zielführend, auch wenn sie sie damals waren. 
„Die alten Muster werden unbewusst aktiviert, damit die Verletzungen sichtbar werden und wir die Gelegenheit nutzen können, um früherer Wunden zu heilen. Letztendlich werden wir dadurch freier“.

Also, der eigentliche Gegner ist nicht der Partner, sondern die Verhaltensweisen, alten Überzeugungen und Verletzungen, die der Liebe im Weg stehen.

Erfolgreiche Kommunikation zwischen Mann und Frau

Schritte

Vorbereitung

Ein Gespräch sollte in einer entspannten, und vor allem neutralen Umgebung stattfinden. Meiden Sie dazu Orte, an denen Sie sich schon miteinander gestritten haben und suchen sich bewusst einen Ort aus, den beide mit positiven Gefühlen verbinden. 

Um das Gespräch erfolgreich führen zu können sollte die Stimmung entspannt sein.

Wenn der Partner ihre Bitte für ein klärendes Gespräch ablehnt, bleiben sie am Ball und fragen sie wann es ihm/ihr alternativ besser passt und machen Sie einen konkreten Termin aus. 

Eine gute Ausrichtung

Motivieren Sie Ihren Partner für ein gutes Gespräch indem Sie ihm den Grund für Ihre Gesprächsbitte erklären. Sagen Sie ihm dabei was sie sich von dem Gespräch erhoffen, welches Ziel sie damit haben. Formulieren Sie es so das es für den Partner auch erstrebenswert ist. Z.B. „Ich möchte gerne das wir wieder eine schönere Partnerschaft haben, mit mehr Freude. Deshalb möchte ich über den Streit gestern reden“. 

Von sich erzählen, auf den Partner eingehen

Wichtig ist, das man auf den Partner eingeht, das Gespräch in einem verständnisvollen und freundlichen Kontext stattfindet. Der Partner soll sich gesehen fühlen. 

Erzählen Sie davon wie es Ihnen geht, welche Gefühle sie haben und nennen sie konkrete Situationen in denen es Ihnen so geht. Vermeiden Sie dabei Verallgemeinerungen wie „immer, nie, jedes Mal“.  Sie erzeugen im Partner ein negatives Gefühl von Ohnmacht und behindern dadurch ein konstruktives Gespräch. In einer Untersuchung wurde festgestellt, das genau solche Verallgemeinerungen, vom Autor dieser Untersuchung (ich weiß den Namen leider nicht) später „Teufelssätze“ genannt die Beziehungen so belasteten das sie meist in die Brüche gingen.

Gehen Sie davon aus, das der Partner eine andere Sicht auf die Dinge hat, und es genau deshalb nötig ist das Sie ihm ihre Sichtweise nahe bringen, damit er Sie besser verstehen kann. 

Oft ist es so das der Partner das Thema auf einen „Nebenkriegsschauplatz“ lenkt. Beharren Sie freundlich aber bestimmt darauf das Sie im Moment nur über dieser eine Thema reden möchten. Sie können ihm aber natürlich anbieten, gerne ein anderes mal über das andere Thema zu reden. 

Mit dem Herzen zuhören, was der Partner zu sagen hat

Wenn Sie alles gesagt haben können Sie den Partner bitten, Ihnen seine Sicht auf das Thema zu sagen. Denken Sie dabei bitte daran das Sie den Partner lieben und sich eine positive Veränderung wünschen.
Öffnen Sie sich für die Sichtweise Ihres Partners und versuchen Sie, sie zu verstehen. 
Versuchen Sie verletzende Aussagen Ihres Partners als eine unbewusste Verletzung zu sehen. Ihr Partner will Ihnen im Grunde seines Herzens nicht weh tun, aber er steckt vielleicht gerade in seinen alten Verhaltensmustern oder kommt mit der Situation nicht klar. 
Lassen Sie Ihren Partner ausreden, und gehen Sie davon aus, das er vieles anders wahrgenommen und empfunden hat wie Sie. 
Wenn Ihr Partner fertig ist, zollen Sie ihm Respekt indem Sie sich dafür bedanken das er Ihnen seine Sichtweise nahe gebracht hat. 

Herzgespräche

Nehmen Sie sich einmal die Woche Zeit, um miteinander zu reden. Sie können dieses Gespräch mit einem schönen Rahmen versehen, z.B. Kerzen aufstellen, einen Wein trinken usw. Auf diese Weise verbindet jeder das Gespräch mit etwas Positivem und es fällt leichter, sich an die Abmachung zu halten.
Noch besser ist es wenn man für jedes mal konkret einen Termin für das Gespräch ausmacht und diesen Termin für alle gut sichtbar notiert. Auf diese Art wird eine Art „Partnervertrag“ daraus, den man nicht so schnell vergisst. 
Das Gespräch sollte für beide nicht als eine anstrengende Pflichterfüllung betrachtet werden, deshalb ist es am besten wenn Sie die Länge nicht im voraus festlegen sondern je nach Lust und Laune im aktuellen Moment festlegen. 
Am besten hören Sie dann auf, wenn es gerade am schönsten ist. Das ist ein Garant dafür das es Ihnen nicht zuviel wird, und Sie sich auch auf kommende Gespräche freuen können. 
Erinnern Sie Ihren Partner an die Einhaltung des Termins und lassen Sie auch keine Ausreden gelten. 

Das Gespräch an sich ist wie oben beschrieben. Jeder erzählt in einer bestimmten Zeit, wie es ihm gerade geht, und das Gegenüber hört aufmerksam und wohlwollend zu, ohne zu unterbrechen und sich zu rechtfertigen. 

Die Regeln für eine faire Auseinandersetzung

Es gibt bestimmte Grundregeln, die einen guten Streit ermöglichen:

  • Keine bewussten verletzenden Aussagen
  • Akzeptieren Sie wenn der Partner gerade kein Gespräch will. Sie können dann einen Alternativtermin ausmachen
  • Gehen Sie aus dem Kontakt wenn Sie nicht streiten wollen, und erklären Sie dem Partner das auch so
  • Streiten Sie nur über das aktuelle Thema. Vergangenes vor Urzeiten sollte dort bleiben und nicht immer wieder hervorgekramt werden
  • Akzeptieren Sie keine Ablenkung vom Thema. Oft ist der Konflikt so brisant das der Partner versucht abzulenken
  • Streiten Sie nur über „streitenswerte“ Themen
  • Keine Schläge unter die Gürtellinie, z.B. Androhungen, den Partner zu verlassen und fremdzugehen. Keine Erpressung und bewusste Demütigung
  • Vermeiden Sie es an Orten zu streiten mit denen sie schöne Erlebnisse verbinden
  • Vermeiden Sie es, vor anderen zu streiten. Das stellt ihren Partner bloß
  • Versuchen Sie flexibel zu bleiben. Manchmal folgt einem Streit eine heftige und schöne erotische Begegnung
  • Bleiben Sie in Kontakt zum „Streitpartner“. Schauen Sie ihm in die Augen und beziehen Sie ihre Aussagen auf ihn
  • Wenden Sie auf keinen Fall körperliche Gewalt an und akzeptieren Sie das auch nicht von ihrem Partner
  • Vermeiden Sie auch im Streit Verallgemeinerungen wie „immer, nie, …“.